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Riese - Geschichte

Der Beginn der Bauarbeiten in Riese ist unklar. Die Masse der Bauarbeiten dürfte im Jahr 1943 begonnen worden sein. Ab 1943 leitete die Schlesische Industriegemeinschaft AG die Arbeiten, bis im April 1944 auf Hitlers Befehl die Arbeiten der Organisation Todt übertragen wurden. Einige Zeitzeugen sprechen allerdings davon, das schon 1938 einige Teile des Gebirgsmassives umzäunt und durch SS streng bewacht wurden. Genannt wurden die Gebiete Wolfsberg und Moszny (keine deutsche Übersetzung). Die Aussagen stammen u.a. von Frau Helena Putlin und Herrn Ludwik Kawa. Ebenso wie auch im Objekt “Olga” gibt es also eindeutige Hinweise darauf, das vorbereitende Arbeiten wesentlich früher begonnen wurden als heute gemeinhin angenommen wird. Das würde bedeuten, das die Planungen für die unterirdischen Objekte bereits Ende der 30- er Jahre vorlagen und nacheinander umgesetzt wurden. Detailbeweise für diese Annahme stehen allerdings noch aus.

 

Im Jahre 1943 wurde der Bau forciert. Die Arbeit leisteten vorrangig Insassen des KZ Groß- Rosen. Zur Unterbringung wurden mehrere Unterlager errichtet. Über die Anzahl der eingesetzten Arbeitskräfte gibt es sehr unterschiedliche Aussagen. Fest steht, das eine große Anzahl Gefangener die Schrecken des Baus nicht überlebten und ihre Gräber bis heute nicht gefunden sind. Trotzdem gehen polnische Forscher nicht davon aus, das Riese eine große Grabstätte ist. Es gibt jedoch die Aussage eines Zeugen, der behauptet, im Komplex Jauernig nach dem Krieg Leichengeruch wahrgenommen zu haben. Dieser Komplex ist heute nur schwer zugänglich. Auch in einem anderen Stollen gibt es Hinweise darauf, dass die Deutschen einfach Gefangene in den Stollen trieben und diesen anschließend sprengten.

 
Streit (im konstruktiven Sinn) gibt es unter Forschern immer wieder zur Zweckbestimmung der Anlagen. Eine überzeugende Klärung ist bislang nicht erfolgt.


Während der Zeit der Berliner Offensive drangen russsiche Truppen in das Gebiet ein, ohne es jedoch dauerhaft zu besetzen. Die Arbeiten wurden wieder aufgenommen. Erst zwischen dem 8. und 10.05.1945 besetzten russische Truppen das Gebiet des Eulengebirges. Zu diesen Vorgängen suche ich noch nach Materialien in russischen Archiven, bislang blieben diese jedoch verschlossen.


Die im Gebiet des Eulengebirges gelagerten Materialien dienten nach dem Krieg dem Aufbau Polens. In den Stollen selbst gab es auch nach dem Mai 1945 immer wieder Sprengungen. Erst nachdem die polnische Armee 1947 letzte Werwolfgruppen ausgeschaltet hatte, kehrte Ruhe ein.


Ein leitender Mitarbeiter des Baus, Ing. Dalmus, bot kurz nach dem Krieg der polnischen Regierung Pläne des Objektes an. Diese schaltete jedoch den Staatssicherheitsdienst ein und Dalmus konnte sich in letzter Minute nach Österreich absetzen. Er ist zwischenzeitlich verstorben. Über den Verbleib der Unterlagen ist nichts bekannt.


Viele Sucher haben sich bemüht, die Geheimnisse von Riese zu lüften. Das meiste Material dürfte Piotr Kruszynski zusammengetragen haben, der auch die Beschreibung von Riese veröffentlichte. Auch ein Museum und touristisch zu besuchende Anlage wurden errichtet.